Punktspielberichte 2.Mannschaft

Aktuelle Tabelle

TSV Großschönau - SV Bannewitz 2: 6 : 2

Kein Zittern bei Zittau

Daß mit sieben Leuten vom Kellerkind Bannewitz nicht eben ein Schwaben- oder Husarenstreich beim Tabellenzweiten Großschönau zu erwarten war, hatten wir eingepreist - so etwas entspannt. Daß es dabei dann doch positive Aspekte gab, ist ja nur um so schöner. Der erste quasi-positive Aspekt war, daß das Ergebnis so deutlich ausfiel, daß eine Zitterpartie bei Zittau eben auch ausfiel. Der zweite positive Gesichtspunkt zeigte sich darin, daß ordentlich gekämpft wurde, und zwar auch von der mitfahrenden und sogar weiblichen Jugend: Vier Stunden sind schon eine Zeit. So gehörten die Partien von Anne, Mirjam und Sarah zu den letzten und - das ist der dritte positive Aspekt - es blieb obendrein noch etwas hängen. Zwar hatte Anne mit Schwarz das Nachsehen, weil ihr Angriff eben um das besagte Stückchen langsamer war als der des Gegners, aber Mirjam und Sarah heimsten halbe Punkte ein, was an diesem Tage unser Topergebnis bleiben sollte. Dasselbe Resultat erzielten nämlich noch Thomas, der seinen gesundheitlich angeschlagenen Gegner schonte, und in einem zum Schluß spannend werdenden Match Markus. Peter am Spitzenbrett sah sich mehr als 2100 DWZ-Punkten gegenüber - da ist das eine Pünktchen, was er kämpfend abgab, kaum der Rede wert. Wenn man dann noch bedenkt, daß das mit Walter geteilte Leid halbes Leid ist, minimiert sich der Herzschmerz Richtung Null. Kurz: Wir haben schon Grenzwertigeres erlebt als das 6:2 in diesem äußersten Zipfel unserer Republik.
Familienschach (07.02.2017)

SV Bannewitz 2 - SV Dresden-Leuben 2 : 2,5:5,5

Die Zweite im Schneetreiben

Im Spiellokal in Bannewitz gab es ein ungewöhnliches Phänomen zu bestaunen: An drei Brettern saßen sich Damen gegenüber. Schön war, dass Bannewitz dieses Miniduell mit 2:1 gewinnen konnte. Nicht so schön war, dass die Herren auch noch mitspielten. Besetzungsschwierigkeiten können diesmal nicht als Ausrede für die Klatsche herhalten. Zwar waren Markus und Philipp indisponiert, und Walter kam auch nicht zum Einsatz, über den Ersatz gab es aber gar nichts zu meckern. Ebenso wenig konnte man sich auf die große DWZ-Überlegenheit der Gäste aus Leuben berufen. Thomas, Michael und Jens schenkten ihre Partien in recht ausgeglichenen Stellungen mehr oder weniger einzügig weg, es war für die drei aber wenigstens schnell vorbei. Anne und Peter dagegen mussten sich nicht nur durch schlechte Turmendspiele quälen, was an sich schon Strafe genug ist, sie hatten auch im Grunde keine Chance. Nur der Familie Peglau ist es zu verdanken, dass sich die Bannewitzer Mannschaft nicht am Sonntag deprimiert in Alkoholexzessen erging. Am Ende war man sich sicher, dass sowohl Leuben, als auch Bannewitz die Liga verlassen würden, wenn auch durch verschiedene Türen. Düsteren Gedanken nachhängend war man froh, wenigstens die Autos durch den frisch gefallenen Schnee des Vormittags gut die Anhöhe hinter dem Vereinshaus hinauf bekommen zu haben, wenn es schon mit dem Schachspielen nicht geklappt hat.
Die Details:
1 Woinar, Peter - Leitermann, Thomas 0 : 1
2 Achtmann, Jens - Hampel, Johannes 0 : 1
3 Heinig, Jürgen - Hartig, Uwe 0,5 : 0,5
4 Ritter, Michael - Breuer, Falk 0 : 1
5 Hartmann, Anne - Wong, Kar Yan 0 : 1
6 Hartmann, Thomas - Steinert, Frank 0 : 1
7 Peglau, Sarah - Bui, Ngoc Han Julia 1 : 0
8 Peglau, Mirjam - Fischer, Franziska 1 : 0
Jürgen lieferte zuverlässig sein Remis ab. Er fand sich diesmal in der ungewohnten Rolle des Verteidigers wieder, kam kaum über seine drei Reihen hinaus. Wie immer neutralisierten sich Jürgen und sein Gegner im Mittelspiel gegenseitig und hatten dann keine Lust mehr, die Partie fortzusetzen.
Michael wurde Holländisch serviert. Sein Gegner übersah einen Trick in der Eröffnung und musste sich seinen Stolz auf G7 abtauschen lassen. Man schwenkte in ein ruhiges, ausgeglichenes Endspiel ein, als Michael die Züge verwechselte. Damit lief er direkt in eine weiße Bauerngabel, wonach es sofort aus war. Eine Niederlage zum Schwarzärgern.
An der Wand des Spiellokals in Bannewitz hängt ein Liste, welche den Novizen des Schachspiels die Prioritäten desselben nahelegt. Zuerst Königssicherheit, erst danach Material und alles andere. Diese Liste hätte sich Jens zu Gemüte führen sollen, dann wäre ihm die Pleite vielleicht erspart geblieben. Französich, Abtauschvariante. Seine verknoteten Figuren konnte Jens mit einem taktischen Trick befreien. Dann ging er auf Bauernjagd und sah erst zu spät den Mattangriff, den sein Gegner vorbereitet hatte (dreckig, feige und gemein, jawoll). Er ging danach schnell, sehr schnell an den schwachen weißen Feldern um seinen König herum ein.
Thomas ließ einmal mehr seiner Vorliebe für geschlossenen Stellungen freien Lauf. In einem sich abzeichnenden Endspiel, welches aus der Ferne nicht so wahnsinnig aufregend aussah, unterschätzte er die Agilität des gegnerischen Springers, welcher die suboptimal platzierten Türme auf F2 und F4 aufgabelte. Das sich ergebene Endspiel Springer gegen Turm verlief einseitig.
Auf Annes Brett wurden früh die Damen getauscht. Dummerweise gelang es ihrer Gegnerin, die schwarze Bauernstellung am Damenflügel aufzureißen und in dieser Wunde zu bohren. Anne stand dadurch auf einer abschüssigen Ebene, die sie mangels Gegenspiel immer weiter herunterrutschte: Sehr schwer bis gar nicht zu haltendes Turmendspiel, Minusbauer, klar verlorenes Bauernendspiel. Es gibt Angenehmeres an einem Sonntagvormittag.
Mirjam kredenzte eine Eröffnung, die man zurückhaltend als hoch verdächtig bezeichnen könnte. Zwischenzeitlich hingen Dame, Turm und Springer. Alles, was sie dafür hatte, war Druck gegen F7. Wie sie aus der Nummer nicht nur schadlos herauskam, sondern auch noch zwei Bauern abräumte - die Schachgöttin allein weiß es. Das sie in ihrer späteren Karriere als Profi-Pokerspielerin stinkreich werden wird, darf als sicher gelten. Dem Gesicht der Gegnerin war deutlich abzulesen, dass dies nicht der von ihr geplante Verlauf war. Sie ließ nicht nur ihren König im Freien stehen, sondern verteilte ihre Figuren kreativ über das Brett, ohne erkennbare Koordination. Mirjam nahm diese Einladung an und brachte einige fiese Intrumente zum Einsatz: Fesselung der Dame, Bauerngabel, Doppelangriff. Schwarz war bedient.
Im Gegensatz zur Freestyle-Eröffnung ihrer Schwester zelebrierte Sarah einen geradezu klassischen, äußerst spannenden sizilianischen Drachen. Der thematische weiße Königsangriff war schnell abgewehrt und Schwarz drückte ebenso thematisch auf der C-Linie und gegen B2. Hält der weiße Verteidigungsposten auf D4 dem Druck des Läufers G7 stand? Ist der weiße Angriff auf der H-Linie der gefährlichere? Um diese Fragen drehte sich die Partie lange Zeit. Soeben hatte Sarah mit einem lässigen Königszug den Druck von H7 genommen, aber auf der Uhr wurde es dünn: 12 Minuten für 18 Züge blieben ihr nur noch. Ihre Gegnerin war so nett, das große Zeitnotdrama ausfallen zu lassen. Sie hatte gerade die Diagonale des Helden auf G7 verstopft und wollte mit einem Abzugstrick gegen die schwarze Dame auf D5 zum Großangriff blasen. Dabei hatte sie wohl den anderen Läufer ausgeblendet, der fast die ganze Partie auf E6 gelangweilt herum stand. Gegen Sarahs Konter in Gestalt einer Mattdrohung auf A2 half half kein Schwindel mehr, es war einfach Feierabend.
Peters Problem war weniger, dass ihm im Mittelspiel ein Bauer abhanden kam, sondern dass es sich dabei um einen gedeckten Freibauer auf C5 handelte. Zwar konnte er mit seinen beiden Türmen auf die gegnerische Grundreihe vordringen und Weiß die wiederholte Chance bieten, sich durch ungeschickte Königszüge matt setzen zu lassen. Leider nutzte sein Gegner keine davon. Peter kämpfte hier schon für eine verlorene Sache. Nach zähem Ringen gelang es Weiß, die schwarzen Türme von der C-Linie zu verdrängen und einen davon abzutauschen. Danach war der Freibauer nicht mehr zu halten, dass schwarze Gegenspiel am Königsflügel entwickelte sich viel zu langsam.
der Schwarze Kardinal (17.01.2017)

BSV Chemie Radebeul 1 - SV Bannewitz 2 5,5:2,5

Ohne Chance verloren, und dann war auch noch das Wetter mies

In den vorangegangenen Runden hatte die Zweite von Bannewitz kein Glück, dafür diesmal ein bisschen Pech: Radebeul glänzte in Starbesetzung, Bannewitz dagegen musste auf Peter und Anne verzichten. Zum Glück hatte die Dritte spielfrei, was immerhin die Vollzähligkeit dank Jörgs Einsatz sicherte. Das änderte nichts an der DWZ-Überlegenheit der Gastgeber und dem vorhersehbaren, klaren Ergebnis.
Die Details:
1 Siggelkow, Axel - Achtmann, Jens 0,5 : 0,5
2 Andrä, Dirk - Peglau, Markus 1 : 0
3 Westphal, Norbert - Heinig, Jürgen 0.5 - 0.5
4 Mühlberg, Frank - Ritter, Michael 0,5 - 0,5
5 Hoffmann, Uwe - Hartmann, Thomas 0,5 : 0,5
6 Wieland, Karsten - Seifert, Klause 0,5 : 0,5
7 Portsch, Claudius - Peglau, Mirjam 1 : 0
8 Riccius, Michael - Raschke, Jörg 1 : 0
Jens konnte sich erfolgreich vor dem Frondienst in der Ersten mit der Begründung drücken, dass 1600er in den Sachsenliga nur sinnlos verheizt würden. Zur Strafe bekam er in der Zweiten eine 1900 serviert. Das war aber halb so wild, denn er kam diesmal einigermaßen gut aus der Eröffnung. Aus der sich abzeichnenden schwarzen Initiative ließ er per Bauernvorstoß im Zentrum die Luft ab, ein Generalabtausch kündigte sich an. Da schlug ihm sein Gegner nach 18 Zügen ein Remis vor. Aber gerne doch.
Auf Michaels Brett ging es geruhsam zu. Die fugendicht ineinander verhakten Bauernketten zeugten von solider Handwerksarbeit und kündigten auch hier ein frühes Remis an. Gab es vielleicht hier und da doch noch Ansatzpunkte für taktische Überraschungsaktionen? Falls dem so war, dann gingen beide daran vorbei und zielstrebig der Punkteteilung entgegen.
Am Ende einer von beiden Seiten verhalten geführten Eröffnung hatte Jürgen wegen seiner zwei auf den gegnerischen König gerichteten Läufer alle Chancen auf eine seiner berüchtigten Attacken. Da war aber leider noch der Springer auf F6, unterstützt von seinem Klon auf D7. Die beiden zeigten den weißen Angriffsbemühungen erfolgreich und ausdauernd den Mittelfinger. Jürgen versuchte es mit einer Öffnung im Zentrum, kam aber damit eher Schwarz entgegen. Wichtige Felder waren zugestellt, es ging weder vor noch zurück. Und weil es beiden Spielern trotz fast vollem Brett an Ideen mangelte, wie auch an der Zeit solche zu entwickeln, schüttelte man sich die Hände.
In der königsindischen Verteidigung hat Schwarz unter Umständen mit einer ekligen Fesslung seines Springers auf F6 zu kämpfen, wie Klaus bestätigen kann. Aber er konnte sich langsam freispielen, wenn das auch deutliche Spuren auf der Uhr hinterließ. Dann die unerwartete Chance: Die weiße Dame bekam auf dem Königsflügel unerwartet Platzangst, hätte man durch entschlossenes Nachsetzen hier einen Vorteil herausschinden können? Hätte, hätte, Fahrradkette. Klaus tauschte stattdessen die Damen und bot in ebenso auffallend langweiligen wie ausgeglichenen Stellung Remis an, bevor irgendwelche Zeitnotdramen ausbrechen konnten. Radebeul nahm an.
Jörg hatte die vielleicht interessanteste strategische Entscheidung des Tages zu fällen. In der Eröffnung hatte er sich einen Igel hingestellt, später rückte er seine Bauern am Damenflügel vor. Schlagen oder nicht schlagen, das war hier die Frage – für den Bauern B4. Das Schlagen auf C3 hätte ein unübersichtliches Handgemenge durch die geöffnete B-Linie ausgelöst. Sein Durchzug würde den Damenflügel abriegeln und dort allen Problemen aus dem Weg gehen, aber einige Figuren in den Dornröschenschlaf versetzt. Jörg entschied sich für das Modell „Dornenhecke“, der Zauber wirkte aber leider nur auf die schwarzen Figuren (insbesondere Dame und Springer), die weißen nutzten ihre Überzahl am Königsflügel schamlos aus. Jörg konnte die unmittelbaren Mattdrohungen durch ein paar genaue Züge abwehren, gegen den Einstieg der weißen Dame auf E7 war er machtlos. Die führte sich auf wie die Füchsin im Hühnerstall, zwei wichtige Bauern gingen verloren. Was von der einst soliden schwarzen Stellung noch übrig war, wollte Jörg nicht mehr sehen.
Mirjam ließ in der Eröffnung einen Läufer stehen, der Rest war dann mehr oder weniger Vollzug. Würde man die Partie auf diesen einen Satz reduzieren, dann klänge das so, als ob die Sache nach einer knappen Stunde erledigt gewesen wäre. War sie aber nicht. Auch Radebeul verbrauchte an diesem Brett eine Menge Zeit, denn der Mehrläufer auf C8 pennte fast die ganze Partie auf seinem Ausgangsfeld und Mirjam war auch nicht bereit, dies Partie ohne heftigen Kampf verloren zu geben. Den Ausschlag gab letztlich die schwarze Initiative auf der D-Linie, die einerseits Mirjam eine weitgehende Abtauschoperation aufzwang, und andererseits Radebeul den entscheidenden Freibauern verschaffte. Die weiße Dame kam so nie wirklich dazu, sich mit der zugigen schwarzen Königsstellung zu beschäftigen. Als zum Schluss auch noch der weiße König sich auf Wanderung begeben musste, war es endgültig vorbei.
Thomas‘ Gegner fand es cool, seine beiden Läufer mitten im Zentrum zu platzieren. Das brachte ihm einen Hauch von Königsangriff und so etwas wie Druck auf den geöffneten weißen Damenflügel. Aber Thomas ließ sich von dieser Show nicht sehr beeindrucken, tauschte ab, was störte und besorgte sich eine Freibauer auf B6. Den gab er bald wieder her, um den verbliebenen schwarzen Turm im Seitenaus auf A6 festzunageln. Es entstand ein interessantes Turmendspiel (so interessant ein Turmendspiel eben sein kann) mit der Frage ob, die starke weiße Bauernmajorität am Königsflügel oder der schwarze C-Freibauer stärker sind. Man machte Remis, im Nachhinein stellte sich heraus, das Thomas wohl Chancen auf den Sieg gehabt hätte. Das wäre auf eine Kneterei bis mindestens halb 3 hinausgelaufen – und wofür? Eigentlich nur noch fürs Ego, denn die Bannewitzer Niederlage zeichnete sich deutlich ab.
Der härteste und längste Kampf fand an Brett 2 statt. Markus hatte sich in der Eröffnung eine lehrbuchreife Ruine andrehen lassen: Ein Sargnagel auf H6 mit ständigen Mattideen auf G7, beide großen Diagonalen richtig schwach, die Bauern B7 und C5 standen mit Zielscheiben auf dem Bauch herum, der Damenflügel im Koma, kaum vernünftige Züge zu sehen. Man erwartete mit jedem weißen Zug den Ausheber – der nicht kam. Was stattdessen kam war haarsträubende Zeitnot für Markus. Aber es war überraschenderweise sein Gegner, der davon aus dem Gleichgewicht zu geraten schien, Mit einer Stunde auf der Uhr überlegte er jeden Zug lang, schüttelte immer wieder unzufrieden den Kopf und fing an, seltsame Züge zu machen. So konnte sich Markus um den Preis zweier Bauern so etwas erarbeiten, was mit mit etwas guten Willen „Stellung“ nennen konnte. Dabei übersah er (oder ignorierte er bewusst?) den materiellen Ausgleich, wenngleich das Endspiel mit weißer Freibauernlawine so wie so keinen Spaß machte. Aber leider, leider, leider war Zug 40 irgendwann gespielt, die Zeitnot vorbei, und Radebeul fing sich wieder. Weiß schob zügig seine Freibauern vor und konnte mit einer netten, kleinen Kombination die Türme vom Brett nehmen und damit alle Fragen beantworten.
der Schwarze Kardinal (13.12.2016)

Lok Dresden 2 - Bannewitz 2: 4 : 4

Dampf abgelassen
Für einen affenschlechten Start beim Auswärtsspiel gegen Lok sorgte Sarah, die einen neuen Rekord bei Orang-Utan aufstellte: nach vier Zügen Turm weg (natürlich durch den Lb2, nachdem der schwarze Läufer auf b4 geschlagen hatte! Das Gerücht, sie habe das nur getan, um um 11.15 Uhr den Mozart des Schachs zu sehen, wurde heftig dementiert). Abgesehen davon entwickelt man ein immer tieferes Verständnis für Wünschmanns Wunschvariante ... Kam also die Lokomotive schnell auf Touren, so mußte das Getriebe der Blau-Weißen erst geschmiert werden. Jens und Jürgen remisierten, dann dampfte auch der Bannewitz-Express los. Philipp schlug ein Gambit des Gegners mit folgendem Springeropfer siegreich ab, und auch Michael setzte sich durch. Es verblieben noch drei Partien, die über das Gesamtergebnis entscheiden mußten. Bemerkenswerterweise endeten sie alle fast zugleich. Während Anne und Peter gute bzw. remisartige Stellungen noch aus den Händen gaben, konnte Markus durch eine Kombination gewinnen und damit das Unentschieden zwischen beiden Mannschaften sicherstellen. So war der Dampf, den wir hierbei abließen, eine Mischung aus Ärger darüber, daß mehr drin war, und Erleichterung, daß wenigstens der erste Zähler verbucht wurde.
Familienschach (21.11.2016)

Gersdorf Möhrsdorf - Bannewitz 2: 4 : 3

The same procedure as last year
Diese vermeidbare Niederlage gegen einen potentiellen Absteiger bringt die Zweite einem unfreiwilligen Ligawechsel deutlich näher. Es gab an den sieben Brettern vier eher fade Unentschieden, dafür drei spannende und mehr oder weniger glückliche Siege, blöderweise davon zwei für Gehrsdorf. Aber lag es nur am Pech? So schlecht war die Aufstellung trotz des Fehlens von Anne und Markus nicht, zumindest auf dem Papier. Es gab da nämlich eine klitzekleine Schwierigkeit: Peter der Jüngere hatte den Wecker nicht gehört, vielleicht gibt es ein Problem mit dem Alarmton. Eine Umstellung auf "stumpfe Kreissäge" könnte in Zukunft helfen. Die Verbliebenen der Zweiten traten demzufolge mit frisch ramponierter Moral die Reise nach Gehrsdorf an und schafften es wider Erwarten sogar halbwegs pünktlich. Nichtsdestotrotz gab es eine ähnlich knappe und unglückliche Niederlage wie in der vorangegangenen Saison. Die beiden Niederlagen enthielten ein paar lehrreiche Aspekte, was in keiner Hinsicht tröstet. Die Details:
1 Klinger, Markus - Woinar, Peter --
2 Palme, Gerd - Achtmann, Jens 0.5 : 0.5
3 Meißner, Christoph - Heinig, Jürgen 0.5 - 0.5
4 Haase, Steffen - Ritter, Michael 0,5 - 0,5
5 Lehmann, Christoph - Hartmann, Thomas 0,5 : 0,5
6 Wendt, Derek - Hofmann, Philipp 0 : 1
7 Grum, Andre - Seifert, Klaus 1 : 0
8 Vogt, Uwe - Köhn, Walter 1 : 0
An den vorderen Brettern war nicht viel los. Am ersten Brett gar nichts, denn auch das Gehrsdorfer Spitzenbrett war unerlaubt abwesend. Die ganz große Harmonie brach am zweiten Brett aus. Es stellte sich nicht nur heraus, dass beide Spieler die exakt gleiche DWZ haben, beide gewannen auch ihre erste Partie, beide spielen Benoni gleich schlecht, wie auf dem Brett zu sehen war. Und beide strotzen nicht vor Elan - folglich Remis im elften Zug. Jens sollte seinen mangelnden Kampfgeist noch bereuen.
Jürgen spielte eine für seine Verhältnisse ungewöhnlich zivilisierte Eröffnung. Die Stellung war hochgeschlossen, weder Weiß noch Schwarz traute sich so recht über die Mittellinie. Keiner von beiden hatte eine gute Idee, auch das noch volle Brett konnte nicht über die fehlende Inspiration hinwegtrösten. Kurz darauf ein frühzeitiges Händeschütteln.
Auch Michael gelang es nicht, die nötige Farbe in seine Partie zu bringen. Es wurde zügig abgetauscht. Zwischenzeitlich konnte Michael die Bauernstruktur seines Gegners ruinieren, was sich aber als kosmetischer Vorteil herausstellte. Sein Gegner fand das nötige Gegenspiel, kurz darauf war die Luft endgültig raus. Ausgeglichen bis zur nahezu völligen Symmetrie war auch Thomas' Partie. Sein Gegner hatte eingangs des Endspiels zwar einen gedeckten Freibauern, aber keine reelle Chance, diesen in der verrammelten Stellung in die Waagschale zu werfen. Um den Preis eines Bauern wickelte Thomas ins Bauernendspiel ab und plombierte die Position vollständig. Für keinen der beiden Könige gab es einen Weg ins gegnerische Lager. Nach einigem Nachdenken sah es Schwarz ein und nahm das wiederholte Remisangebot an. In Klaus' Schottischer Partie ging es dafür umso lebhafter zur Sache. In einer Theorievariante wich sein Gegner ab und Klaus stürzte sich in ein Abenteuer im Stil von Anderssen und Morphy:
Schottisch
Im Geist der Romantik - Dh5?!?!
Doppeltes Turmopfer für den Mattangriff - wäre er damit durchgekommen, das wäre unzweifelhaft die Show des Tages geworden. Aber leider, leider, leider... Philipp spielte etwas Indisches und hatte bald einen schwungvollen Angriff im Zentrum und am Königsflügel zu überstehen. Doch auf seine taktische Findigkeit ist Verlass. Als man glaubte, der Druck würde zu groß werden, sackte er einen Bauern ein und kam zu ein paar entlastenden Abtauschen. Wie so oft, wenn man nach harter Verteidigung aus dem Gröbsten raus ist, dann kommt der Fehler. Philipp ließ einzügig ine Figur einstehen. Panik war unangebracht, denn praktisch im Gegenzug servierte Weiß die Dame. Philipp brauchte nur noch mit seinen Freibauern den Restbestand an weißen Figuren durch den Wolf zu drehen und mit seinen beiden Damen mattzusetzen.
Endspiel
So ein Endspiel macht Freude
Bei Walter schien lange alles auf ein Remis hinzudeuten. Auch als er im Endspiel einen Bauern verlor, sah es dank eines aktiven Turms noch gut aus. Dann muss beim Abtausch etwas schief gegangen sein, ein zweiter Bauer kam abhanden. Das anschließende, kaum zu haltende Springerendspiel stellte Spieler wie Zuschauer auf eine harte Probe:
Endspiel
...so eher nicht, zumindest nicht als Schwarzer.
Denn ca. eine Stunde wurde nur hin und her gezogen. Man fragte sich bereits, ob Walter nicht schon die Reklamation der dreimalige Stellungswiederholung verpasst hatte. Und wie war das nochmal mit der 50-Züge-Regel? Zum Entsetzen der Bannewitzer fand Weiß doch noch einen Gewinnweg: Sein König umkurvte die schwarzen Figuren, um sich über die achte Reihe von hinten an den schwarzen Bauern heranzuschleichen. Walter musste die Passage wegen Zugzwang freigeben. Die beiden Freibauern kosteten den Springer, der schwarze König kam nicht rechtzeitig an den Bauern G4 heran. Und damit war die Bannewitzer Niederlage perfekt.
der Schwarze Kardinal (19.10.2016)

SV Bannewitz 2 - USV TU Dresden 5 3,5 : 4,5

Dicht daneben ist halt auch vorbei
Am ärgerlichsten sind die knappen Niederlagen, so heißt es, doch diesmal schmeichelte das Ergebnis den Gastgebern sehr. Bannewitz fehlten drei Leute, unter anderem ließ sich Anne zum Frondienst in der Ersten breitschlagen. Gar so schlecht sah die Aufstellung dennoch nicht aus, was aber nichts daran änderte, dass die Gäste von der ersten Spielstunde an auf Siegkurs waren. Die Details:
1 Woinar, Peter - Möhring, Peter 0 : 1
2 Achtmann, Jens - Nauber Walter 1 : 0
3 Peglau, Markus - Dötzel, Hartwig 0.5 - 0.5
4 Heinig, Jürgen - Geza, Gal 0,5 - 0,5
5 Hartmann, Thomas - Hamelrath, Edward 0,5 : 0,5
6 Peglau, Mirjam - Pfefferkorn, Jan 0 : 1
7 Köhn, Walter - Lutz, Ruben 0 : 1
8 Peglau, Sarah - Hampel, Viktor 1 : 0
An Thomas' Brett war nicht allzu viel los, sein Gegner hatte zwischenzeitlich einen Mehrbauern, sah dann ein Gespenst und gab ihn wieder her. Die Partie plätscherte anschließend ins Remis. Jürgen hatte zunächst Raumvorteil, weil Schwarz sich zunächst sehr passiv aufstellte. Viel kam bei den weißen Angriffsbemühungen nicht heraus, das Brett leerte sich zügig, in dem sich ergebenden totremisen Endspiel war nichts zu machen.
Auch bei Walter sah erst alles nach einem routinierten Unentschieden aus, bis sein Gegner in einer bereits recht übersichtlichen Stellung einen überraschenden Königsangriff zelebrierte. In der Folge hatte Weiß im Endspiel den Turm gegen den Läufer, welches gnadenlos exekutiert wurde. Mirjam zauberte einen schwungvollen Königsangriff bei entgegengesetzten Rochaden aufs Brett, der sich nach dem Damentausch leider festlief. Das kostete einen Bauern. Der materielle Nachteil weitete sich zu einer Figur aus, und das war es dann.
Auch Peter hatte nicht seinen Tag. Aus der Eröffnung heraus nahm das Spiel einen eher surrealen Verlauf. Am Damenflügel wurde hart gekämpft, die Königsflügel beider Seiten schliefen tief. Es hätte noch eine heiße Partie werden können, hätte Peter nicht ein Fesslungsmotiv übersehen, welches ihn sofort die Dame kostete.
Das ergab einen Zwischenstand von 1 : 4 aus Bannewitzer Sicht, es drohte übel auszugehen. Aber dann kam Sarah mit ihrer kreativen Interpretation von Königssicherheit. Rochaden und Bauernschutz sind Schnee aus dem letzten Jahrhundert, man parkt heutzutage den König auf F2, stellt ein paar Figuren um ihn herum, das reicht schon. Uns es reichte tatsächlich. Schwarz fiel nichts ein, kam vielmehr selbst unter Druck. Für Sarah hieß das: Mehrbauer, dann Mehrfigur, dann Sieg.
Mehlmann des Tages war eindeutig Jens, der in der Eröffnung einen Bauern verschusselte, im Mittelspiel praktisch in Zugzwang geriet und aufgabereif stand. Dann noch ein letzter Schwindel, Schwarz ließ tatsächlich nochmal Luft ran. Die weiße Dame schafft es in die offene schwarze Königsstellung - wird es mit Glück noch Dauerschach? Mit viel mehr Glück wurde es noch mehr: Schwarz überzog und wurde von einem Mattangriff überfahren.
Am Ende blieb es wieder einmal an Markus hängen, mit einem Sieg in seinem Endspiel noch einen Mannschaftspunkt zu erkämpfen. Aber es war nicht drin. In der geschlossenen Stellung hatte er den falschen Läufer gegen den starken Springer. Er versuchte alles, sein Gegner hielt dagegen und machte sehr deutlich, dass, wenn es an diesem Brett überhaupt eine Entscheidung gibt, diese nur zu Markus' Ungunsten ausfallen kann. Es ging bereits auf 14 Uhr zu, in bereits verdächtiger Stellung machte Markus das einzig Richtige: Er bot Remis an. Dies wurde von Weiß natürlich mit Begeisterung angenommen, da es den Sieg für die TU bedeutete.
der Schwarze Kardinal (24.09.2016)