Piratenimkerei

Der Honig ist das Aushängeschild des Imkers und das, was den Endverbraucher natürlich am meisten interessiert. Hier gibt es Informationen zum Rippiener Honig.

In unserer Region gibt es zwei große Massentrachten, die die Honigernten bestimmen. Das ist zum einen der Raps im Mai und später die Linde im Juni.

Zeitlich vor der Rapsblüte steht die Obstblüte an. Allerdings befinden sich die Völker hier noch im Aufbau und verbrauchen den eingetragenen Nektar selbst.

Blick von der Goldenen Höhe in Hänichen nach Dresden im Mai
Robinie

In einigen Gebieten, vor allem in der Stadt, ist die Robinie eine gewichtige Trachtpflanze, die nach dem Raps, aber vor der Linde blüht. Dieser Honig ist sehr dünnflüssig und kristallisiert nur sehr langsam. In Rippien können wir von den wenigen Robinien keinen Robinienhonig ernten.

Da ich mit den Völkern nicht zielgerichtet in Massentrachten wandere, kann ich keinen Sortenhonig gewinnen. Von Sortenhonig darf gesprochen werden, wenn der Honig vollständig oder überwiegend den genannten Blüten oder Pflanzen entstammt. Dies kann anhand der Zuckerzusammensetzung, der enthaltenen Pollen, an Farbe, Geruch und Konsistenz geprüft werden.

Obwohl unsere Honige also durch den Raps bzw. die Linde dominiert werden, heißt das nicht, dass der Nektar nicht auch von anderen Blüten gewonnen wurde. Durch eine Analyse der Pollen im Honig kann man herausfinden, welche Pflanzen besucht wurden.

2014 habe ich ein Glas Honig aus der Juniernte zum Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V.. zur Analyse geschickt.

Hier die Ergebnisse der Pollenanalyse:

  • 52,5% Linde
  • 16,7% Kastanie
  • 11,9% Raps
  • 5,1% Mädesüß
  • 3,5% Weißklee
  • in geringen Mengen: Wilder Wein, Himbeere, Phacelia, Löwenzahn, Ginster, Johannisbeere, Glockenblume, Knöterich, Hahnenfuß, Hopfen, Kornblume...
Wie wir sehen, wurde der Honig hauptsächlich aus Lindenblütennektar gewonnen. Aber auch der Kastanienanteil war noch beträchtlich.

Und hier die Ergebnisse der Analyse des Honigs, der am 14.Mai 2015 geschleudert wurde:
  • 43,1% Raps
  • 28,2% Steinobst
  • 13,9% Weide
  • 5,5% Spitzahorn
  • 4,7% Rosskastanie
  • 3,1% Vergissmeinnicht
  • in geringen Mengen: Rotklee, Erdbeere, Krokus, Kornelkirsche, Johannisbeere, Löwenzahn, Esche, Phacelia...

Rapshonig

Aroma mild
Farbe fast weiß
Kristallisationsverhalten schnell kristallisierend
Besonderheiten durch den vermehrten Rapsanbau der letzten Jahre, bekanntester Sortenhonig in Deutschland
Lindenhonig

Aroma kräftig
Farbe verschiedene Gelbtöne
Kristallisationsverhalten normal kristallisierend

Der Wassergehalt des Honigs

Vor der Honigernte muss der Imker prüfen, ob der Wassergehalt des Honigs schon gering genug ist. Man spricht davon, dass der Honig reif ist. Andernfalls besteht Gefahr, dass der Honig im Glas gährt. Nach den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes darf der Wassergehalt des Honigs 18 % nicht überschreiten. Aufgrund der besonderen Struktur des Heidehonigs ist bei ihm ein Wassergehalt von 21,4 % zulässig.

Die Bienen lagern den Honig in der Wabe ein und verdeckeln diese anschließend. Ein sicheres Anzeichen für reifen Honig ist eine komplett verdeckelte Wabe.

Diese Wabe ist nahezu komplett verdeckelt und damit ein Garant für reifen Honig.

Eine andere exakte Methode den Wassergehalt zu bestimmen ist mit einem Refraktometer zu messen. Mitunter nehmen sich die Bienen nämlich viel Zeit mit dem Verdeckeln. Hier kann man dann selbst prüfen, ob der Honig schon reif genug ist. Auch Honig aus nur teilweise verdeckelten Waben kann schon einen sehr geringen Wassergehalt < 16% aufweisen.

Das Refraktometer, auf die blaue Fläche kommt die Honigprobe.

Jeder Honig wird fest

Honig kristallisiert mit der Zeit. Je nach Honigsorte bzw. genauer den verschiedenen enthaltenen Zuckerarten passiert das schneller oder langsamer. Bspw. wird Rapshonig schnell fest, Akazienhonig bleibt lange flüssig.
Der Imker rührt den Honig nach der Schleuderung und vor der Abfüllung in die Gläser noch ein paar Tage durch. Dadurch verzögert sich der Kristallisierungsprozess. Dieses Durchrühren mache ich mit einem Rührstabaufsatz auf der Bohrmaschine. Der Honig wird dabei nicht erhitzt oder andersweitig „weiterverarbeitet“ .
Wichtig ist für den Verbraucher zu verstehen, dass das Festwerden des Honigs in jedem Fall passiert und ein natürlicher Prozess ist. Sie können den Honig durch Erwärmung wieder verflüssigen. Dies sollte aber bei Temperaturen von nicht mehr als 40°C bis max. 50°C passieren, da sonst viele wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden.

Minilehre zur Zusammensetzung des Honigs

Wasser Fructose Glucose
Die Grafik links verdeutlicht die Mengenverhältnisse der Bestandteile des Honigs. Wie man sieht, besteht Honig rein mengenmäßig in der Hauptsache aus den Einfachzuckern Glucose und Fructose und Wasser.
Die übrigen Bestandteile sind Aminosäuren, Eiweiße, Vitamine...